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Fünfte
Rallye mit Kultstatus
Wenn
Günter Katt hupt, dann stehen die Leute Spalier. Nicht nur
des schrillen Geräuschs wegen. Sein Dixi, Baujahr 1928, ist
eine Augenweide. Drei Jahre lang hat er ihn liebevoll restauriert.
Katt kennt jede Schraube, jeden Riemen, jeden Bolzen. Mit Ehefrau
Renate tourt er durch die Lande. Bei jeder Oldie-Ausstellung sind
sie dabei. Wir Autofreaks sind wie ein großer Wanderzirkus,
eine verschworene Gemeinschaft, meint der 64-Jährige.
Ganz Deutschland hat der Mann schon abgegrast. Auch wenn
wir nicht die Schnellsten sind. Mit maximal 50 Stundenkilometer.
Der
Potsdamer nahm zum zweiten Mal an der Schwanen-Rallye in Bad Doberan
teil: Das ist Kult. Schöne Landschaft. Nette Menschen.
Rund 450 Oldtimer, Feuerwehrfahrzeuge, American Cars, Motorräder,
Traktoren und VW-Käfer drängelten sich am vergangenen
Sonnabend und Sonntag dicht an dicht auf dem Gelände der
Rennbahn. Bei dieser 5. Auflage erlebten wir einen Besucherrekord.
Für gute Stimmung sorgte auch der Truck von Antenne MV,
sagt Wolfgang Scheil, Chef der Doberaner Wehr. Die Münsterstädter
gehören neben der IG Oldtimer, den Käferfreunden aus
Rostock und den East Coast Cruisers zu den Veranstaltern dieses
größten Treffens seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern.
Angefangen
hat alles mit unserem berühmten Erbseneintopf. Die Freunde
betagter Benzin- und Dieselkutschen um Manfred Krenz aus Rostock
fragten unsere Feuerwehr 1991, ob wir nicht mit der Gulaschkanone
auf dem Börgerender Campingplatz vorbeikommen könnten.
Klar konnten wir. Und so entstand die Idee, alles größer
aufzuziehen, erzählt Wolfgang Scheil.
Stolz
ist er auf sein Feuerwehrteam, das Sieger im Tauziehen wurde.
In nur 16,1 Sekunden zogen zehn Kameraden den 22-Tonnen-Koloss,
ein Tatra-Tanklöschfahrzeug, über eine zwanzig Meter
lange Distanz. Auf Rang zwei kamen die Bützower und Sanitzer
FFw-Leute. Auch Thomas Bottin und Tochter Anna beobachteten das
Treiben mit Vergnügen. Sie waren mit ihrem Buick Riviera,
einer metallic-blauen amerikanischen Limousine, vorgefahren. Der
39-Jährige aus Vorder Bollhagen nahm mit seinem lederbezogenen
Schlitten bereits zum zweiten Mal an der Rallye teil. Die
50 Kilometer lange Orientierungsfahrt über Kröpelin
und Rerik hatte es auch dieses Mal wieder in sich. Allein wegen
der sechs Prüfungen auf der Strecke, gesteht er. 130
Benziner und Diesel nahmen an der Tour teil. Nicht der Schnellste,
sondern der Geschickteste gewann. Gold holten diesmal Mathias
Wendorf aus Rostock in der Kategorie Motorrad, Roland Maschke
aus Prerow mit seinem Mercedes, André Riech aus Vorder
Bollhagen mit dem Famulus-Traktor und Reinhard Wolff mit einem
Bus der RSAG, Baujahr '58.
OZ
/ ANETT JONUSCHAT
Fotos: © GROSS
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