Einsteigen und durchfahren – seit 10 Jahren ist Evershagen am Straßenbahnnetz

Erster Abschnitt der Straßenbahnnetzerweiterung vor 10 Jahren übergeben

Am 24. Juni 2000 wurde im Beisein von tausenden Rostockern der erste Abschnitt der Straßenbahnnetzerweiterung eingeweiht. Seit dem gehören die 2,7 km Doppelgleis und die vier neu gebauten Straßenbahnhaltestellen ganz selbstverständlich zum Rostocker Straßenbahnnetz. Wer heute mit den Straßenbahnlinien 1, 4 und 5 Richtung Nordwesten fährt, muß nicht mehr in Marienehe umsteigen. Für die Fahrgäste verbesserte sich mit Inbetriebnahme aller Abschnitte der Straßenbahnerweiterung in Richtung Norden damit Fahrzeit und Fahrkomfort. Pro Fahrt mussten damals vier Minuten zum Umsteigen eingeplant werden, und das bei Wind und Wetter. Heute dauert die direkte Fahrt z.B. mit der Linie 5 von der Thomas-Morus-Straße bis zum Neuen Markt ca. 25 Minuten. Das Platzangebot erhöhte sich um 50 % auf 1800 Plätze je Stunde und Richtung. Das nunmehr seit 10 Jahren bestehende Angebot, direkt bis nach Evershagen oder in die City zu fahren, nutzen täglich ca. 8000 Fahrgäste.

„Die Neubautrasse nach Evershagen ist ein Meilenstein für eine moderne, leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur in Rostock geworden. Die Investition von ca. 50 Mio. DM brachte nicht nur schnellen und direkten Verkehr nach Evershagen. Wir ordneten das Busnetz in den Folgejahren neu. Heute ist z.B. die Buslinie 25 eine sehr erfolgreiche Linie, die bis nach Evershagen fährt. Außerdem wurden Straßen – und Radwege saniert, der Knoten Messestraße gebaut, mit Ausgleichsmaßnahmen Grünanlagen und Spielplätze angelegt.“ erläutert Wilfried Eisenberg, Technischer Vorstand der RSAG, die Komplexität der Maßnahme.

Selbstverständlich sind auch die Brücken am Schmarler Damm und die Straßenbahnbrücke über die Stadtautobahn.

Am 26.08.1998 fiel mit dem ersten Spatenstich zur Straßenbahnnetzerweiterung der Startschuss für den Bauabschnitt zwischen Marienehe und Evershagen.

1993 stimmte die Bürgerschaft dem Projekt zu und entschied sich damit für eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte Verkehrslösung - mit einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel. „Bei der Argumentation für den Ausbau unseres Schienennetzes half auch, dass die Rostocker die 1987 bzw. 1990 fertiggestellten Straßenbahnstrecken nach Dierkow und Toitenwinkel von Anfang an begeistert nutzten“, ist sich Wilfried Eisenberg, Technischer Vorstand der RSAG, sicher.

Besonders erfreulich: Da die Trasse nicht auf den Fahrbahnen verläuft und durch Gelbblinker-Anlagen an den von Fußgängern genutzten Wegen gesichert ist, sind kaum Unfälle zu beklagen. „Vor allem für die Sicherheit von Kindern sehen wir uns in einer großen Verantwortung“, betont Wilfried Eisenberg und verweist auf die Verkehrsschulungen, die die RSAG speziell für Schulkinder anbietet.

Mit der Inbetriebnahme der Straßenbahntrassen nach Lütten Klein und Lichtenhagen konnte ein Fahrgastzuwachs im Vergleich zur vorherigen Busbedienung von ca. 12 000 Fahrgästen täglich erreicht werden.

Fotos: © Joachim Kloock

 
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