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Der Flachs - Pflanze der Woche vom 14. bis 21. Juli im Deutschen Pavillon
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Im düsteren
Auge kein Träne, sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne...
Heinrich Heine schrieb die "Schlesischen Weber" nach dem Aufstand
der Peterswaldauer Weber im Jahre 1844. Bis Ende des 18. Jahrhunderts
war Flachs mit einem Anteil von ca. 18 % in Europa die wichtigste Pflanzenfaser
und neben Wolle der wichtigste textile Rohstoff. Nach seiner Blütezeit
in Deutschland war der Niedergang der Flachsindustrie im 19. Jahrhundert
nicht mehr aufzuhalten. Die Baumwolle verdrängte den Rohstoff,
der zur Herstellung des berühmten Leinen diente. Die alte Kulturpflanze
stammt aus Vorderasien. Bei Ausgrabungen in Mesopotamien wurden Samenkörner
gefunden, die vor sieben- bis neuntausend Jahren kultiviert wurden.
Zwei Bestandteile der Pflanze ließen sich schon in den frühesten
menschlichen Kulturen nutzbringend verwerten: der faserreiche Stängel
zur Herstellung von Gespinnsten und die ölreichen Samen als Nahrungs-
und Futtermittel und Lieferanten des Leinöls. In der Lausitz/Niederschlesien
werden im Sommer die Pellkartoffeln noch heute mit Quark und Leinöl
gegessen. Die Ausstellung über nachwachsende Rohstoffe im Deutschen Pavillon wird den Einsatz des Flachses und anderer Produkte nicht drastisch nach oben korrigieren, aber den Geist der Besucher zumindest anregen. Jedenfalls arbeiten wir daran. Oder um noch einmal Heines Verse aufzugreifen: Wir weben, wir weben! Kai Gildhorn |
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