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Die
Ostberliner Kultband Pankow lockte am Freitagabend knapp 500 Zuschauer
ins MAU, die sich auch von bitterer Kälte vor und verspäteten
Einlass in den Konzertsaal die gute Laune nicht verkiesen lassen wollten.
Gespannt erwartete das Volk Andre Herzberg, Jürgen Ehle & Co.
und die Musik, die das vornehmlich ältere Publikum ins nostalgische
Rocken und Rollen brachte. Nur wenige Pankow-Songs haben sich in den
vergangenen Jahren verändert, "Inge Pawelczik", "Die
wundersame Geschichte von Gabi" oder das "Lied von der Seen'sucht"
versprühen auch nach Jahren noch ihren unbekümmerten Charme
der Anfangsjahre der Band. Frontmann Andre Herzberg, etwas fülliger
geworden im "Alter", mühte sich auf der Bühne redlich,
doch schien ihm dies keine rechte Lust zu bereiten. Nur selten huschte
ein Lächeln über sein Gesicht. Die wenigen einstudierten,
bei den heutigen Superstars würde man wohl Choreografien sagen,
wirkten nicht wirklich einfallsreich und schnell dahingelegt. Dennoch
geriet der Abend zu einem schönen Konzerterlebnis, auch weil das
Mienenspiel Herzbergs immer noch eindrucksvoll und ausdrucksstark ist
und weil Gitarrengott Jürgen Ehle immer noch ein Meister seines
Fachs ist. Knapp 2 _ Stunden ließen Pankow das MAU erbeben, ließen
bis auf den "Werkstattsong" keinen Hit aus. Etwas Wehmut machte
sich nach dem letzten Ton breit, schließlich sollte dieser Auftritt
der letzte dieser Art gewesen sein. In Rostock jedenfalls. Pankow hatte
sich nach knapp fünf Jahren Bühnenabstinenz zu einer letzten
kleinen Tournee durch den Osten aufgemacht.
Olaf Jenjahn
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