Bye, Bye Grease



Erstaufführung vor 120 Zuschauern in einem ausverkauften Chicagoer Geräteschuppen im Sommer 1971, glanzvolle Premiere im Februar 1972 am New Yorker Eden Theatre, danach siebeneinhalb Jahre ununterbrochen am Broadway sowie die Verfilmung 1978 in Hollywood mit John Travolta und Olivia Newton-John zum erfolgreichsten Musik-Film seiner Zeit: Der Aufstieg war steil, doch der Absturz blieb aus! Das Musical „Grease" hat auch im neuen Jahrtausend kaum an Popularität eingebüßt. Und dass die rund 3000 Zuschauer am 2.März in der Rostocker Stadthalle bei „Bye, Bye Grease" wirklich Abschied von Danny und Sandy, T-Birds und Pink Ladies, Rock'n Roll und Cadillacs sowie Pferdeschwänzen und Petticoats nehmen mussten, mag niemand so recht glauben. Auch künftig werden sich die Theater auf dieser Welt des Stoffes annehmen.

Zumindest aber die Originalproduktion von Wolfgang Bocksch und David Gilmore befindet sich nach mehr als 1000 Vorstellungen in Europa auf Abschiedstour. Der tägliche Tourneestress bleibt dem Publikum allerdings verborgen. Während fleißige Helfer hinter der Bühne die unzähligen Kostüme bügeln, präsentieren sich die Darsteller auf der Bühne erfrischend unbekümmert, um wenig später wieder in Windeseile in neue Accessoires zu schlüpfen.

Als schwierige Gratwanderung erweist sich allerdings der Versuch, amerikanischen Künstlern in den Schauspielszenen zwischen den Songs deutschsprachige Dialoge auf den Leib zu schneidern. Der amerikanische Akzent allein hätte der Aufführung fraglos das gewisse Etwas an Originalität verliehen, doch extrem falsche Betonung der Silben sorgte nicht selten für strapazierte Ohren im Publikum. Es war nicht zu überhören, dass alle Dialoge auswendig gelernt wurden, ohne der Sprache wirklich mächtig zu sein. Dies sollte allerdings das einzige Manko des Abends bleiben. Und fast niemand nahm daran wirklich Anstoß, denn neben Gesangstalent wussten die Schauspieler auch mit einer wohl temperierten Prise Humor zu gefallen. Nicht überstrapaziert, sondern mit sehr guter Mimik genau an den richtigen Stellen platziert! So wurden nicht nur die Hauptdarsteller Danny und Sandy, sondern auch eine umwerfende Frenchy und sogar der amerikanische Doppelgänger von Daniel Küblböck zu Publikumslieblingen!

JIM EAST

Fotos: Agentur



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