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Festspiele MV 2009: Erwartungen übertroffen „Viviane Hagner ist die Favoritin der letzten Saison …“ Interview mit Dr. Matthias von Hülsen, Intendant der Festspiele MV
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Über alle Erwartungen hinaus erreichten die Festspiele auch in dieser Saison eine Auslastung von 55.000 Besuchern, die seit der Eröffnung am 13. Juni zu den verschiedensten Veranstaltungsorten gereist sind, um das bisher umfangreichste Programm zu erleben. 84 der insgesamt 110 Konzerte waren ausgebucht. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 88 Prozent. Über 70 Spielstätten führte die „musikalische Landpartie“ von Rügen bis Ulrichshusen und von Wismar bis Usedom. 20 neue Orte gab es zu entdecken, so etwa das Müritzeum in Waren und das Ozeaneum in Stralsund sowie das Kutscherhaus in Marihn und die Gutshäuser in Belitz und Groß Schoritz. „Meine Konzerte im Rahmen der Residence 2009 in Mecklenburg-Vorpommern sind für mich eine herausragende künstlerische und menschliche Erfahrung: Innerhalb eines Sommers mit so vielen musikalischen Weggefährten musizieren zu dürfen, eine so breite Palette an Repertoire an verschiedenen Spielstätten im Land vorzustellen und dabei stets vom kompetenten und hilfsbereiten Festspielteam umgeben zu sein, war für mich ein großes Geschenk“, sagte Viviane Hagner, die diesjährige Preisträgerin in Residence. Und Dr.Matthias von Hülsen, Intendant der Festspiele MV, ergänzte: „Trotz der insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Großwetterlage, konnten die Festspiele ihren Platz innerhalb der Kulturlandschaft behaupten und schließen mit den Besucherzahlen an den Rekord des letzten Jahres an“, kann der Intendant Dr. Matthias von Hülsen feststellen. Die Festspiele MV sind hierzulande eben ein fester Bestandteil des Kulturlebens. In ganz Mecklenburg-Vorpommern werden an bekannten und weniger bekannten, aber immer reizvollen Spielstätten zahlreiche hochklassige Konzerte geboten. Marko Michels befragte Dr.Matthias von Hülsen, Intendant der Festspiele MV, über die Saison 2009 Dr.Matthias von Hülsen: Ich hatte ja seinerzeit die Festspiele MV konzipiert. Prof.Sebastian Nordmann hatte diese dann mit sehr großem Erfolg und mit selbem Profil weiter entwickelt. Ich bin jedoch „am Ball geblieben“, war im Hintergrund für die Festspiele MV aktiv. Mein Einsatz für die Festspiele MV ist für mich ein wirkliches Vergnügen und eine echte Freude, denn ich arbeite gern mit dem Team und den Künstlern zusammen. Frage: Die Festspiele M-V des Jahres 2009 gehen in die Schlussrunde. Was waren für Sie die bisherigen Höhepunkte ? Welche Veranstaltungen hatten einen besonderen Zuspruch ? Was können die Festspielbesucher bis zum 13.September noch erwarten ? Dr.Matthias von Hülsen: Es ist für einen Intendanten natürlich sehr schwierig, Favoriten zu nennen, da ja alle Künstlerinnen und Künstler sowie alle Veranstaltungen Höhepunkte sind. Die Preisträger-Konzerte haben hier allerdings schon eine herausragende Bedeutung. So dürfte das Konzert des Faurè-Quartettes am 29.August in der Festspielscheune Ulrichshusen zum 200.Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy besondere Aufmerksamkeit verdienen. Alfred Biolek wird hierbei rezitieren. Die Reihe „9 mal 9“ ist ein ebenso wichtiger Bestandteil der diesjährigen Festspiele MV. Was hat es mit dem Mythos „9.Sinfonie“ auf sich ? Welche Stellung hat die Zahl 9 dabei ? Wie entwickelte sich die Sinfonie im Laufe der Jahrhunderte ? Um diesem Komplex auf die Spur zu kommen, luden wir das interessierte Publikum 2009 zu neun neunten Sinfonien ein. Das abschließende Konzert in dieser Reihe am 12.September in Ulrichshusen war mit der Uraufführung des Auftragswerkes der Festspiele M-V „Code Nine“ von Christian Jost und der Sinfonie Nr.9 d-Moll von Bruckner ein weiterer Höhepunkt. Frage: Viviane Hagner war die diesjährige Preisträgerin in Residence, die bei 13 Konzerten auftrat. Was zeichnet die Künstlerin aus ? Dr.Matthias von Hülsen: Viviane Hagner ist meine Favoritin der Festspiele M-V 2009. Sie ist eine wunderbare Künstlerin, die eine hohe Meisterschaft im Geigenspiel aufweist. Zudem besitzt Viviane ein sympathisches Wesen – ohne jegliche Allüren. Der Umgang mit ihr ist unkompliziert und zwischen den Festspielen und ihr ist eine wirkliche Freundschaft entstanden. Sie ist wahrlich das Aushängeschild der Festspiele M-V 2009. Frage: Schwerpunkt der Reihe „Musik aus MV“ 2009 war bzw. ist die jüdische Musikkultur, deren verschiedene Facetten und reiche Tradition in den jüdischen Kulträumen des Landes durch Künstler wie David Orlowsky, das Fauré Quartett, Anne Sofie von Otter und Daniel Hope beleuchtet wurden. Wie war hier die Resonanz ? Welche Bedeutung hat für Sie dieser Schwerpunkt, die jüdische Musikkultur, in der Reihe „Musik aus M-V“ ? Dr.Matthias von Hülsen: Die Musik des jüdischen Volkes ist rund 3000 Jahre alt und erstreckt sich von der biblischen Periode über die Zeit der Diaspora und die Gründung des Staates Israel bis zur Gegenwart. Warum wir diesen Schwerpunkt 2009 setzten ? Daniel Hope hatte vor zwei Jahren mit einem Konzert die Einweihung der neuen Synagoge in Hagenow künstlerisch begleitet und ist d e r Botschafter der verfemten Musik. Er publizierte ja über diese Thematik bereits ein Buch. Zudem gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Festspielen und dem Zentrum für Verfemte Musik der Hochschule für Musik und Theater in Rostock unter Leitung des von mir sehr geschätzten Kollegen Volker Ahmels. Es war bisher relativ unbekannt, dass Mecklenburg-Vorpommern eine große Tradition in der jüdischen Musikkultur hat, obwohl die Vergangenheit diesbezüglich schon intensiv aufgearbeitet wurde bzw. wird. Die große Resonanz auf diese Veranstaltungsreihe ist daher um so erfreulicher. Nicht zuletzt auch deshalb, da es im politischen wie öffentlichen Raum hierzulande zunehmend nazistische Aktivitäten gibt. Aber darauf lässt sich Mecklenburg-Vorpommern nicht reduzieren – im Gegenteil. Die Mehrheit der Menschen hier ist aufgeschlossen und gastfreundlich. Die Festspiele wollten daher mit der Reihe „Musik aus M-V – Jüdische Musikkultur“ ein Zeichen setzen, einen Kontrapunkt gegen Intoleranz. Frage: Nach den Festspielen 2009 ist vor den Festspielen 2010. Laufen die Planungen für das kommende Jahr schon auf Hochtouren? Dr.Matthias von Hülsen: Das Programm für 2010 steht schon. Wenn die Festspiele ihr Programm aktuell „abarbeiten“, müssen parallel die Vorbereitung für die kommenden Festspiele laufen. Ansonsten könnten wir langfristig die Künstlerinnen und Künstler gar nicht engagieren. Die Vorbereitungen für die Festspiele 2010 befinden sich schon im Endspurt, bereits die Konzeption für die Festspiele 2011 und 2012 ist in vollem Gange. Dann viel Erfolg für die Festspiele MV 2010 ! Die Fragen stellte: Marko Michels |
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