Gelungene Premiere am Mecklenburgischen Staatstheater

 

Überzeugend als Bradamante: Susanne Drexl. (Staatstheater Schwerin)
Ein "Evergreen" zum Jahreswechsel auch in Schwerin "Beethovens 9.". M.Michels
.Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin - weit über die Grenzen M-V`s ein "Begriff" ! M.Michels

Eine gelungene Premiere feierte die Zauberoper „Alcina“ am 23.Oktober 2009 am E-Werk des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin – vor ausverkauftem Haus gab es stürmischen Applaus des sachkundigen Publikums.
Herausragend waren insbesondere die künstlerischen Leistungen von Hyunju Park als „Alcina“, Itziar Lesaka als „Ruggiero“, Katrin Hübner als „Morgana“ und auch von der hinreißenden Susanne Drexl als „Bradamante“.
Überzeugend – wie immer … – brillierte auch die Mecklenburgische Staatskapelle und der Opern-Chor des Staatstheaters.

Zur Aufführung von Händels „Alcina“ am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin in der Spielzeit 2009/10

Musikalische Leitung: Martin Schelhaas, Inszenierung: Arila Siegert,
Bühne: Hans Dieter Schaal, Kostüme: Marie-Luise Strandt,
Choreinstudierung: Ulrich Barthel

Mit: Hyon Lee / Hyunju Park (Alcina), Itziar Lesaka (Ruggiero), Katrin Hübner (Morgana), Susanne Drexl (Bradamante), Christian Hees (Oronte), Andreas Lettowsky (Melisso), Opernchor, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

Auf ihrer fernab von jeder Zivilisation gelegenen Insel hat die Zauberin Alcina ein seltsames Reich errichtet: Mit ihren magischen Kräften verführte sie über die Jahrhunderte hinweg ausnahmslos jeden Mann, der sich in ihren Bannkreis verirrte.
Sobald sie ihres jeweiligen Liebhabers jedoch überdrüssig war, zwang sie ihn, sich ihr wie ein Tier zu unterwerfen. Doch seit der Ankunft Ruggieros ist Alcina selbst wie verzaubert - sie liebt zum ersten Mal aufrichtig und mit aller Leidenschaft. Die tief empfundene Liebe geht mit einer ihr bislang unbekannten Angst einher: Alcina fürchtet nichts mehr, als Ruggiero wieder zu verlieren. Doch je mehr sie sich bemüht, ihn weiter an sich zu fesseln, desto mehr entzieht er sich…

Im Frühjahr 1735 gelangte Georg Friedrich Händels Zauberoper Alcina im Londoner Covent Garden Theatre zur gefeierten Uraufführung. Trotz des Erfolges wurde die Oper danach nur noch in Braunschweig gezeigt und verschwand dann für fast zwei Jahrhunderte in der Versenkung. Heute jedoch weiß man Händels Meisterwerk wieder zu schätzen.

Dabei hat die Moderne in dieser Oper etwas entdeckt, das den meisten Zeitgenossen Händels aufgrund der sich in den Vordergrund drängenden, überbordenden Opulenz der damaligen Ausstattung und der eifrig in Gang gesetzten Theatermaschinerie verborgen geblieben sein dürfte: Händel zeichnet mit seiner Musik ein überaus feines Psychogramm seiner Figuren. Denn bei allem virtuosen Glanz der Arien kündet der Gesang doch gleichzeitig auf schon intime Weise von der überwältigenden, aber auch hilflos machenden Macht der Liebe, von erotischer Anziehung gleichermaßen wie von sexuellem Überdruss, von Unterdrückung wie von Unterwerfung, von Verlustangst genauso wie von realem Verlust.

Es sind somit Qualitäten eines dichten, psychologischen Kammerspiels, die diese Oper in sich birgt.

In Schwerin ist „Alcina“ nun innerhalb kurzer Zeit nacheinander in zwei Fassungen zu sehen: Regisseurin Arila Siegert hat ein übergreifendes Inszenierungskonzept entwickelt, das sowohl den Gegebenheiten der Kammerbühne im E-Werk, als auch den Anforderungen der Bühne des Großen Hauses entspricht.

Im E-Werk lässt sich „Alcina“ in einer ersten Aufführungsserie in unmittelbarer Nähe zu den Sängern und Musikern in einer besonderen Intensität und Konzentration erleben, bevor die Produktion dann Anfang März – unter Hinzufügung eines zentralen „zauberischen“ Bühnenbildelements – in das Große Haus übernommen wird.

Ein ungewöhnliches Projekt, zu dem konsequenterweise auch zwei aufeinander aufbauende Einführungsmatineen angeboten werden.

Weitere Vorstellung : 31. Oktober, 14.November, 16.Dezember

Kartentelefon: 0385 / 5300 – 123; kasse@theater-schwerin.de

Marko Michels


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