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Städteerlebnis
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Mecklenburg
- Vorpommern hat viele Städte, doch die meisten sind so klein,
dass der flüchtige Betrachter sie für Dörfer halten könnte.
Es sind überwiegend Landstädte, Mittelpunkte eines ländlichen
Gebietes mit wuchtigen Kirchen, geräumigen Marktplätzen und
engen Straßen. Die alten Stadtmauern sind meistens bis auf die
Tore und einige Türme schon lange eingerissen. Wenn auch Brände
und Kriege, vor allem der zweite Weltkrieg und der nachfolgende Wiederaufbau,
das Gesicht der Städte stark verändert haben, so gibt es sie
doch noch, die Unterschiede, die an sich schon eine Städtereise
zum Erlebnis werden lassen.
Da sind zunächst die wendischen See- und Hafenstädte Wismar,.
Rostock, Stralsund, Demmin, Greifswald und Anklam, zusammen mit Lübeck
und Stettin die Wiege der Städtehanse, jenes mächtigen Bundes,
der nahezu das ganze europäische Mittelalter beherrschte. Die Hansestädte
haben auch in der Geschichte des Landes stets eine besondere Rolle gespielt.
So hat die Hanse Spuren hinterlassen, von denen die Seestädte noch
heute geprägt sind.
Neben den Hansestädten fallen vor allem die Residenzstädte
Schwerin, Güstrow, Ludwigslust und Neustrelitz als die Hauptresidenzen
der mecklenburgischen Herzöge auf. In den früheren Residenzen
der Pommernherzöge Wolgast und Barth dagegen sind die Schlösser
vor langen Zeiten abgebrochen worden. Hier dominieren wieder Wasser
und Hafen.
Das Typische aber, das das Binnenland von Mecklenburg und Vorpommern
ausmacht, das findet sich in den Landstädten, unter denen sich
die alte Vorderstadt Neubrandenburg wie eine Metropole heraushebt. Das
Besondere der überwiegend kleinen Landstädte ist - wie Edmund
Schroeder es einmal beschrieb - das übersichtliche, in sich abgerundete
und mit wenigen Blicken zu erfassende Bild von Sein, Wirken und Schaffen
der Menschen in diesem Land. Deshalb: "Wer das Land kennen will,
wer über es ein Wörtchen mitreden will, muß sie kennen,
muß sie gerade in ihren verborgenen Lebensäußerungen
gesehen und durchschaut haben."
©
Dr. H. Koch
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