11. Fachmesse Umwelttechnik 2000

Auch dieses Jahr wieder, nun bereits zum elften Male, präsentierte die Umwelttechnik-Fachmesse in Rostock Neuheiten aus den Bereichen Abfallentsorgung, erneuerbare Energien, Umweltanalytik und Luftreinhaltung. Sie stand unter den Schirmherrschaften des Bundesministers für Umwelt, Natur und Reaktorsicherheit, Herr Trittin, des Umweltministers des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Herr Prof. Dr. Methling, des Wirtschaftsministers des Landes M-V, Her Prof. Dr. Eggert sowie des Oberbürgermeisters der Hansestadt Rostock, Herr Pöker. Mit 250 Ausstellern war die dreitätgige Schau trotz Rückganges die größte überregionale Exposition dieser Branche im Norden der Bundesrepublik Deutschland. Rund 30 % der Aussteller kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, die meisten anderen aus den Regionen Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin. Begleitet wurde die Messe von einem umfangreichem Kongressprogramm. So fanden Symposien zu Wasser- und Abfallwirtschaft, Energietechnik, Kanalbau und Altlastensanierung statt.
Ein Höhepunkt dieser Tage war wieder die Verleihung der Umweltpreise des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, der Hansestadt Rostock sowie der Industrie- und Handelskammer Rostock für die besten Ideen, Verfahren, Anwendungstechniken und Know-how-Technologien auf der "Umwelttechnik 2000".
Der mit 2000 Mark dotierte Preis des Schweriner Umweltministeriums ging an das Berliner UVT-Ingenieurbüro für Umwelt- und Verfahrenstechnik für die Entwicklung eines Automaten zur Analyse von Wasserproben.
Die Lübecker METACAP-GmbH erhielt für eine neuartige Farbspritzpistole eine Auszeichnung des Rostocker Oberbürgermeisters Arno Pöker.
Der von der Rostocker Industrie- und Handelskammer gestiftete Preis ging an die Pflanzenzüchtung GmbH Gülzow für eine traditionell gezüchtete Roggensorte, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringert.

Aussteller-Highlights:

Die Firma METACAP stellt eine Spritzpistole in Akkordausführung vor. Sie soll zu einer verbesserten Oberflächenqualität und einer Leistungssteigerung um ca. 50 % führen. Das entwickelte Produkt findet nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Grenzen hinaus höchste Beachtung. Auf der Rostocker Kvaerner Warnow Werft kommt diese Technik ebenfalls zum Einsatz. Einen wesentlichen Beitrag zum Küstenschutz will die Rostocker Clement-GmbH mit ihrem System der Stranddrainage, auch Beach Management genannt, leisten. Unter Mitarbeit des STAUN Rostock und der Universität Rostock befindet sich das zum sog. "weichen Küstenschutz" zählende Verfahren gerade an einen Strandabschnitt in Markgrafenheide in Erprobung. Wie im Vorjahr belegte die Siemens Nuclear Power GmbH aus Bayern einen Stand auf der Fachmesse. Ihr Verfahren, das kleinste Schadstellen an Öl- und Gasleitungen ortet, konnte die Siemenstochter bereits an der Pipeline Rostock - Böhlen zum Einsatz bringen. Die Verwendung von Seegras als Isolierstoff offerieren die Metall- und Anlagenbau GmbH Schwerin und das Amt Klützer Winkel für Häuslebauer. Die Vorteile des Naturproduktes liegen neben guten Dämmwerten und schwerer Entflammbarkeit, vor allem in der Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit. Seinen Baufortschritt demonstrierte die Altreifen-Recycling-anlage in Miltzow, wo dieser Tage der Probebetrieb anlaufen soll. Das Werk wird einmal 60 000 Tonnen Pneus pro Jahr zu Gummigranulat verarbeiten und später zudem Koks und Pyrolyseöl gewinnen.

Ein Wermutstropfen der 11. Umweltmesse dürfte die gesunkene Teilnehmerzahl sein. Wo sich im Vorjahr etwa 430 Austeller präsentierten, nutzten im Jahre 2000 nur 250 Unternehmen und Firmen die Leistungsschau. Auch ausländische Unternehmen wurden dieses Jahr auf der Rostocker Umweltmesse vermisst. Mehrere Interessenten hätten aber signalisiert, die Umweltschau ab 2002 im neuen Messegelände Rostock-Schmarl wieder zu besuchen.
Am Rande der Fachmesse unterzeichneten Wirtschaftsminister Rolf Eggert und Umweltminister Wolfgang Methling mit den Industrie- und Handelskammern die "Rostocker Erklärung zur Bildung einer Umweltallianz". Ziel sei es die Rahmenbedingungen für eine umweltverträglichere Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern. So sollen sich die Unternehmen und Firmen des Landes verpflichten, den betrieblichen Umweltschutz weiter zu entwickeln und Initiativen zur Klimavorsorge zu unterstützen.


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